Sein Spitzname lautet „Gamechanger”.
Im Jahr 2011/12 war Babalola Governor seines Distrikts und gleichzeitig bei Shell angestellt. Das unterscheidet ihn von seinen Vorgängern, die während ihrer Amtszeit entweder bereits im Ruhestand waren oder ein eigenes Unternehmen führten. Er wusste, dass er einiges ändern musste, um erfolgreich zu sein.
Bei seinem ersten Treffen mit den Assistant Governors und Ausschussvorsitzenden bat er um einen „Gamechanger“ in ihren Vorschlägen. Sie sollten beschreiben, wie die Dinge bisher liefen und was sie in Zukunft anders machen wollten: „Wer keine Antwort liefern konnte, dessen Vorschlag wanderte in den Papierkorb, und es musste ein neuer Vorschlag her.
Schnell wurde klar, dass der Neue wirklich etwas ändern wollte. „Man nennt mich den Gamechanger. Aber die Ideen, die das Spiel änderten, stammten nicht von mir.“
Er sammelte 80000 Dollar mit einer SMS.
Technologie spielte eine nicht unerhebliche Rolle bei seinen Bemühungen um Veränderungen während seiner Zeit als Governor. Am ersten Tag des RI-Monats der Rotary Foundation, dem 1. November, wurde er um 3 Uhr morgens wach und schickte über eine Messaging-App auf seinem BlackBerry eine Gruppennachricht an alle Mitglieder der Plattform, in der er um eine Spende für die Foundation bat, und sei sie noch so klein. Dann schlief er wieder ein. Ein paar Stunden später stand er auf, spendete selbst und postete darüber. Innerhalb weniger Stunden hatte die Gruppe 80000 Dollar gesammelt. „Normalerweise beruft man ein Treffen ein, erklärt das Anliegen und bittet um Spenden“, sagt er. „Aber dank der Technologie geht das alles virtuell.“
In diesem Jahr spendete jeder Club im Distrikt an die Foundation. Dabei kamen fast eine Million Dollar zusammen, der laut Babalola höchste Betrag, den ein Distrikt auf dem afrikanischen Kontinent jemals für die Rotary Foundation gesammelt hat.
Er hätte gern mehr Zeit zum Tauchen.
Babalola besitzt das Brevet für Tauchgänge bis zu 30 Metern Tiefe und tauchte bereits im Mittelmeer, im Roten Meer und im Atlantik. Irgendwann würde er gerne in Hurghada tauchen. Die Feriendestination an der ägyptischen Küste des Roten Meeres ist für ihre Meeresfauna, ihre berühmten Schiffswracks und das kristallklare Wasser bekannt, „Die Riffe dort sind einmalig“, sagt Babalola.
Er verbringt gern Zeit in der Natur, unter anderem beim Schwimmen, bei der Gartenarbeit und beim Beobachten von Vögeln. Einer der interessantesten Vögel auf seiner Liste ist der Ibadan-Malimbe. Der seltene Singvogel mit leuchtend rotem Gefieder an Kopf und Nacken ist nur in der Nähe seiner Heimatstadt zu finden.
Seine Botschaft für 2026/27 lautet: Create Lasting Impact – Nachhaltige Wirkung erzeugen.
Die Vision von Rotary lautet bekanntlich: „Wir sehen eine Welt, in der Menschen gemeinsam beginnen, nachhaltige Veränderungen zu schaffen — in allen Ländern, in unserer Nachbarschaft und bei uns selbst.” In diesem Rotary-Jahr, so Babalola, habe sich RI in seiner Botschaft Unite for Good auf das Wort „gemeinsam” konzentriert. 2026/27 werden sich die Mitglieder mit dem nächsten Teil der Vision befassen: dem Schaffen von nachhaltigen Veränderungen. Nachhaltige Veränderungen auf der ganzen Welt seien für die meisten Rotary-Mitglieder ein leicht nachvollziehbares Konzept: „Es gibt genügend Beispiele dafür: unsere Bemühungen um die Ausrottung der Kinderlähmung, unsere Friedenszentren, unsere Global Grants. Sie wissen, was mit nachhaltigen Veränderungen in Gemeinwesen gemeint ist, denn sie sind in ihren eigenen Gemeinwesen aktiv. Wenn ich aber die Mitglieder bei einem Treffen nach dauerhaften Veränderungen in ihrem eigenen Leben frage, wird es in der Regel still im Raum.“
Für ihn liegt ein Schlüssel zum Wachstum von Rotary darin, sich der Wirkung auf das eigene Leben bewusst zu werden.
Zwar können und sollen die Mitglieder die Wirkung eines Projekts messen. Babalola möchte aber, dass diese Idee auch umgedreht betrachtet wird: „Welche Wirkung hat das für mich persönlich?“ Er sieht ganz deutlich, wie Rotary sein eigenes Leben verändert hat. „Ich hatte eine privilegierte Kindheit – eine gute Bildung an einem Ort, an dem sie vielen Menschen verwehrt war“, erklärt er. „Rotary hat mich geerdet. Es hat mich aus meiner privilegierten Welt herausgeholt und mir die Realität meiner Gemeinschaft bewusst gemacht.“
Viele Rotary-Mitglieder haben eine eigene Geschichte darüber, wie die Mitgliedschaft ihr Leben zum Besseren verändert hat, sie demütig gemacht oder ihren Mitmenschen nähergebracht hat. Babalola drängt dazu, diese Geschichten zu teilen. „Wenn wir unsere Organisation weiterentwickeln wollen, müssen wir anderen verständlich machen, wie eine Mitgliedschaft ihr eigenes Leben nachhaltig beeinflussen kann“, sagt er. „Ich hoffe, dass ich dazu beitragen kann, dies zu kommunizieren.“
Rotary hat ihn zu einem Diplomaten gemacht.
Als Mitglied im Zentralvorstand von 2018 bis 2020 repräsentierte Babalola mehr als 80 Rotary-Länder und -Gebiete, darunter Länder in Afrika (wo mindestens 1000 Sprachen gesprochen werden), im Nahen Osten und in Teilen Europas, und damit über ein Drittel der rotarischen Welt. Zu den von ihm vertretenen Zonen gehörten politisch sensible Gebiete wie Israel, Libanon, die Ukraine und Afghanistan. „Dabei entwickelt man bestimmte Fähigkeiten“, sagt er. So erhielt er bei einem von ihm einberufenen Rotary-Institut in Ägypten einen Anruf von einem hochrangigen Regierungsbeamten wegen der bei der Veranstaltung verwendeten Karte von Afrika. Auf der Karte aus dem Internet wurde die Westsahara als eigenständiges Land dargestellt - das Marokko nicht anerkennt. Ägypten stützt die Position Marokkos. „In einer solchen Situationen werden einem die Augen für bisher unbekannte Dinge geöffnet“, meint er.
Er wird der zweite Rotary-Präsident aus Afrika sein.
„Das bedeutet viel für die Menschen des Kontinents“, sagt er. Und er fügt hinzu, dass alle ihn unterstützen wollen, um zu zeigen, dass seine Präsidentschaft kein Zufall ist: „Ich bin es gewohnt, Ergebnisse zu liefern. Und wir müssen Ergebnisse liefern.“ Genau das habe er auf den Rotary-Instituten immer wieder betont: „Ich habe gesagt: Nicht immer nur reden, sondern handeln. Wenn etwas irgendwo funktioniert, muss man es ungeniert übernehmen. Man darf keine Angst vor dem Scheitern haben, sondern nur davor, etwas nicht zu versuchen.“