Liebe Mitglieder der Rotary-Familie im Distrikt 1980
Seit
der Katastrophe von Crans-Montana sind einige Wochen vergangen. Für die
Betroffenen und ihre Angehörigen ist der Ausnahmezustand jedoch noch (lange)
nicht vorbei. Viele Herausforderungen bestehen fort – und damit auch der Bedarf
an verlässlicher Unterstützung.
Seit den ersten Tagen nach dem Brand hat die
rotarische Familie in der Schweiz rasch und koordiniert gehandelt. Unterkünfte
für Angehörige wurden organisiert, praktische Hilfe vor Ort geleistet, Kontakte
gebündelt. Parallel dazu wurde eine Spendenaktion zugunsten der Rotary Stiftung
Schweiz lanciert. Dank der grossen Solidarität von Clubs und einzelnen
Rotariern sind bereits mehr als 100000 Franken zusammengekommen.
Diese Unterstützung ist entscheidend – und sie
wird auch weiterhin gebraucht. Viele der verletzten Personen werden über Wochen, teils
über Monate medizinisch behandelt. Angehörige reisen aus dem Ausland an,
bleiben über längere Zeit in der Schweiz, organisieren Betreuung, Unterkunft
und Begleitung. In dieser Zeit können sie ihrer Arbeit im Heimatland nicht
nachgehen, laufende Verpflichtungen bleiben bestehen, zusätzliche Kosten
entstehen. Nicht alle dieser Belastungen werden durch Versicherungen oder
staatliche Stellen abgedeckt – manche Leistungen greifen verzögert, andere nur
teilweise.
Uns ist wichtig, an dieser Stelle Klarheit zu
schaffen: Die Spendengelder werden ausschliesslich und zu 100 Prozent für Massnahmen im Zusammenhang mit Crans-Montana verwendet.
Sie kommen dort zum Einsatz, wo bestehende Systeme an ihre Grenzen stossen –
zeitlich, organisatorisch oder menschlich. Rotary ersetzt keine staatliche
Verantwortung und keine Versicherungsleistungen. Die Hilfe wirkt ergänzend und
gezielt.
Über die Verwendung der Mittel entscheidet ein
Ausschuss, bestehend aus uns drei amtierenden Governors, dem Präsidenten der
Rotary Stiftung Schweiz sowie dem Präsidenten des RC Crans-Montana. Die
Mittelverwendung erfolgt strikt nach den geltenden Stiftungsregeln. Zur
Identifikation geeigneter Unterstützungsfälle arbeitet Rotary eng mit den
zuständigen Behörden und Institutionen zusammen.
Neben finanzieller Unterstützung wird auch dort
geholfen, wo Belastungen weniger sichtbar sind. Dazu gehört beispielsweise die psychologische Betreuung von Feuerwehrleuten, die unter
ausserordentlich schwierigen Bedingungen im Einsatz standen und deren
Beanspruchung oft erst im Nachhinein spürbar wird.
Crans-Montana macht deutlich: Unterstützung endet
nicht mit der akuten Phase eines Ereignisses. Rotary kann hier einen Beitrag
leisten – koordiniert, verantwortungsvoll und ergänzend zu bestehenden
Strukturen.
Wir danken allen, die sich bereits engagiert
haben.
Und wir bitten euch, diesen Weg weiterhin mitzugehen.
Mit herzlichen rotarischen Grüssen
Die Governors
Jouni Heinonen, John Manning und Andrea Weber