Unmittelbar nach der Katastrophe von Crans-Montana begann Rotary, Hilfe für Betroffene und Angehörige zu koordinieren – auch über die akute Phase hinaus. Die Katastrophe von Crans-Montana hat die Schweiz tief erschüttert. In der Silvesternacht wurde aus einem Ort der Unbeschwertheit ein Schauplatz ... Unmittelbar nach der Katastrophe von Crans-Montana begann Rotary, Hilfe für Betroffene und Angehörige zu koordinieren – auch über die akute Phase hinaus. Die Katastrophe von Crans-Montana hat die Schweiz tief erschüttert. In der Silvesternacht wurde aus einem Ort der Unbeschwertheit ein Schauplatz von Verlust, Trauer und Fragen, auf die es keine schnellen Antworten gibt. In den Tagen danach dominierten Zahlen, Bilder und Stellungnahmen die öffentliche Wahrnehmung. Trauerfeiern fanden statt, Ermittlungen wurden aufgenommen, politische Verantwortung diskutiert. Doch Katastrophen enden nicht mit der letzten Schlagzeile. Für viele Betroffene beginnt nach dem Abflauen der medialen Aufmerksamkeit eine Phase, die abseits der Schlagzeilen liegt und viel Ausdauer verlangt. Verletzungen heilen langsam, organisatorische Herausforderungen bleiben, Angehörige pendeln zwischen Hoffnung und Erschöpfung. Genau hier setzt Hilfe an, die nicht spektakulär ist, aber entscheidend. Hilfe als Koordinationsarbeit In den Tagen nach dem Unglück begann hinter den rotarischen Kulissen eine intensive Abstimmung. Auf Ebene der Governors wurden Informationen gebündelt, Zuständigkeiten geklärt und Kontaktwege definiert. Zentral war dabei von Beginn an ein Grundsatz: Rotary ersetzt weder staatliche Verantwortung noch Versicherungsleistungen. Hilfe sollte dort ankommen, wo bestehende Systeme an ihre Grenzen stossen – zeitlich, organisatorisch oder menschlich. Diese Haltung prägte die gesamte Vorgehensweise. Statt möglichst viele Angebote zu sammeln, ging es darum, Bedarfe zu verstehen. Was wird konkret gebraucht? Wer ist zuständig? Wo entsteht eine Lücke – und wo nicht? Die Antworten darauf waren keine fixen Grössen, sondern entwickelten sich fortgehend weiter. Eine dynamische Lage - auf vielen Ebenen Die Situation nach Crans-Montana war von Anfang an komplex. Betroffene wurden in verschiedenen Ländern medizinisch betreut, Angehörige reisten kurzfristig an, oft ohne Orientierung in einem fremden Umfeld. Neben der medizinischen Versorgung traten rasch weitere Fragen in den Vordergrund: Unterkunft, Transport, Kommunikation mit Behörden, rechtliche und administrative Schritte. Hinzu kam eine emotionale Belastung, die sich kaum standardisieren lässt. In dieser frühen Phase war vor allem praktische Hilfe gefragt. Übersetzungen, Begleitung, fachliche Unterstützung, Zeit und Präsenz – all das sind Formen von Hilfe, die sich nicht in Zahlen messen lassen, aber für Betroffene einen entscheidenden Unterschied machen können. Koordiniert wurde diese Unterstützung vor Ort, eingebettet in eine übergeordnete Abstimmung auf Distrikts- und nationaler Ebene. Die Koordination der rotarischen Unterstützung lag beim Präsidenten des RC Crans-Montana, Yves Duc. Er fungierte in den ersten Tagen als zentrale Anlaufstelle und war zugleich in die übergeordnete Abstimmung auf Distrikts- und nationaler Ebene eingebunden. Für die Clubs blieb der jeweilige Governor der zentrale Ansprechpartner – ein bewusster Entscheid, um die Hilfe gebündelt und wirksam zu halten. Wenn finanzielle Unterstützung notwendig wird Mit zunehmender Klärung der Situation verlagerte sich der Schwerpunkt der rotarischen Hilfe schrittweise. Dort, wo praktische Unterstützung an Grenzen stiess oder zusätzliche Belastungen entstanden, wurde finanzielle Hilfe notwendig. Die eingesetzten Mittel dienen dazu, Betroffene und ihre Angehörigen in akuten Situationen zu entlasten – etwa bei kurzfristigen Aufenthalten, zusätzlichen Kosten im Zusammenhang mit Hospitalisationen oder in anderen Fällen, in denen rasche Hilfe entscheidend war. Die Identifikation dieser Fälle erfolgt von Fall zu Fall und in enger Absprache mit den zuständigen Sozialdiensten der Krankenhäuser. Absolute Vertraulichkeit gegenüber den Betroffenen ist in diesem Zusammenhang selbstverständlich. Dabei bewegt sich die Koordination stets innerhalb enger medizinischer und rechtlicher Rahmenbedingungen, was den direkten Kontakt zu allen betroffenen Familien nicht immer unmittelbar möglich macht. Entscheidend ist auch hier nicht die Höhe der Mittel, sondern die Art ihres Einsatzes. Schnelligkeit, pragmatisches Handeln und Respekt vor bestehenden Strukturen sind leitend. Hilfe soll unterstützen, nicht überlagern. Zwischen Aufarbeitung und Alltag Während sich die öffentliche Debatte zunehmend auf juristische Fragen, Verantwortlichkeiten und politische Konsequenzen richtete, blieb für viele Betroffene der Alltag weiterhin geprägt von Unsicherheit. Noch Wochen nach der Katastrophe werden Verletzte in Spitälern in der Schweiz und im Ausland behandelt. Angehörige organisieren Besuche, Aufenthalte, Rückreisen. Für Pflegepersonal begann eine Phase anhaltender Belastung, die weit über den akuten Notfall hinausreicht. Für viele der Verletzten – insbesondere für schwer Brandverletzte – bedeutet dies einen langen Weg aus medizinischer Behandlung, Rehabilitation und sozialer Neuorientierung. Ein Prozess, der sich über Monate, oft über Jahre erstrecken wird und entsprechend nachhaltige Begleitung erfordert. Crans-Montana zeigt exemplarisch, wie rotarische Hilfe verstanden werden kann: nicht als kurzfristige Aktion, sondern als Prozess. Koordinierend statt improvisierend, zurückhaltend statt laut, wirksam statt sichtbar. Es geht um die Fähigkeit, zuzuhören, Strukturen zu respektieren und Verantwortung dort zu übernehmen, wo sie sinnvoll ist. Vor der Bar in Crans-Montana, in der sich das Unglück ereignete, brennen Trauerkerzen. Sie stehen für das, was verloren ging. Und sie erinnern daran, dass Solidarität nicht immer in grossen Gesten geschieht – sondern oft in der Bereitschaft, im Hintergrund verlässlich da zu sein. Mehr zum Spendenaufruf: Crans Montana - Aufruf zur Solidarität
Mit der Polaris Academy erhält Rotary ein stabiles Schulungsfundament. Entstanden ist es aus Engagement – und der jahrzehntelangen Afrika-Erfahrung von Rot. Michael Willi. Es gibt Rotarier, die Projekte betreuen – und solche, die Weichen stellen. Rot. Michael Willi gehört zweifellos zur zweiten Kat ... Mit der Polaris Academy erhält Rotary ein stabiles Schulungsfundament. Entstanden ist es aus Engagement – und der jahrzehntelangen Afrika-Erfahrung von Rot. Michael Willi. Es gibt Rotarier, die Projekte betreuen – und solche, die Weichen stellen. Rot. Michael Willi gehört zweifellos zur zweiten Kategorie. Wer ihm begegnet, spürt diese ruhige, entschlossene Art eines Menschen, der nicht über Engagement spricht, sondern es lebt. Der in den letzten vier Jahrzehnten mehr humanitäre Initiativen aufgebaut hat, als andere in einem Leben besuchen. Und der, ohne grosse Worte zu verlieren, entscheidend dazu beitrug, dass aus einer fixen Idee die Polaris Academy wurde. Dass er sich heute mit derselben Sorgfalt Polaris widmet, mit der er einst in Afrika und Haiti Zahnkliniken aufgebaut hat, überrascht nur jene, die ihn nicht kennen. Für Michael Willi war Arbeit schon immer eine Frage der Verantwortung, nicht der Disziplin. Bereits mit knapp dreissig Jahren leitete er die Zahnklinik des Albert-Schweitzer-Spitals in Lambaréné – ein Ort, der ihn prägte. Dort lernte er, wie man mit begrenzten Mitteln solide Strukturen baut, wie man ein Team führt, wenn Strom ausfällt und Instrumente fehlen, und wie man Menschen erreicht, indem man ihnen zuhört. Es sind Erfahrungen, die sich nicht aus einem Lehrbuch ziehen lassen, sondern nur vor Ort, zwischen improvisierten Behandlungsräumen und im Dialog mit Patienten, deren Vertrauen man erst verdient, bevor man behandelt. Diese frühe Zeit in Afrika zog eine Kette von Projekten nach sich, die sich wie eine Landkarte eines humanitären Lebenswerks lesen: Organisation des ersten Symposiums auf afrikanischen Boden mit Beteiligung von Burkina Faso, Gabun und Kongo, Klinikleitung und Tropenkurs in Ifakara, Tansania, Fundraising, die Wiederherstellung der zerstörten Klinik in Port-au-Prince, die Gründung neuer Standorte in Uganda, Simbabwe und Peru, die Initiative Art for Charity zur Unterstützung von Künstlerinnen und Künstlern, die Gründung von Swisshouse Simbabwe. Ab 2011 leitete Michael Willi als Präsident die Stiftung Secours Dentaire International, deren Aktivitäten er professionalisierte und erweiterte. Wer ihn in diesen Jahren begleitete, erinnert sich an seine Art, ein Projekt anzugehen: Michael Willi hört zuerst zu, setzt dann den Rahmen auf, bringt Menschen zusammen, verteilt Verantwortung und bleibt dran, bis es funktioniert. Nicht laut, nicht pathetisch, sondern mit jener stillen Beharrlichkeit, die das Rückgrat seiner Projekte bildet. Als Polaris im rotarischen Alltag immer wichtiger wurde, erkannte Michael Willi früh etwas, das für andere erst beim genaueren Hinsehen sichtbar wurde: Eine digitale Plattform entfaltet ihre Kraft erst dann, wenn sie verstanden, gepflegt und sicher angewendet wird. Genau hier begann seine Arbeit an der Polaris Academy – einer Struktur, die nicht bloss Schulungsmaterial bereitstellt, sondern ein dauerhaftes Bildungsangebot schafft. Die Academy bietet Live-Schulungen, klar aufgebaute Video-Tutorials, ein länderübergreifendes Trainerteam und standardisierte Onboarding-Prozesse, die sicherstellen, dass neue Nutzerinnen und Nutzer nicht länger auf zufällige Einzelunterstützung angewiesen sind. Entscheidend ist dabei die Muttersprache: Wer in der eigenen Sprache geschult wird, lernt nicht nur schneller, sondern mit mehr Sicherheit. Die Academy sorgt dafür, dass diese Schulungen in gleichbleibender Qualität stattfinden – hochwertig, nachvollziehbar und für alle Clubs, für jeden Nutzer zugänglich. Für Rotary in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein ist diese Struktur weit mehr als ein Service: Sie ist ein strategisches Fundament. Ohne eine Academy wäre Polaris abhängig von Einzelpersonen, von ihrem Wissen, ihrem Kalender, ihrem Engagement – ein Risiko, das sich besonders in der rotarischen Jahres-Rochade zeigt, wenn Verantwortlichkeiten turnusgemäss wechseln. Die Academy stabilisiert all das, was zuvor mühsam von Hand zusammengehalten wurde: Sie schafft klare Verantwortlichkeiten, verlässliche Prozesse und ein System, das Wissen nicht mehr verliert, sondern bewahrt. Anstelle von Ad-hoc-Schulungen entstehen geregelte Abläufe; anstelle von Unsicherheit entsteht Professionalität. Polaris wird dadurch nicht nur benutzt, sondern verstanden – und als zentrale Infrastruktur der Clubs langfristig gestärkt. Dass Michael Willi diese Arbeit freiwillig und ohne persönliche Kompensation leistet, passt zu seiner beruflichen Haltung. Nach Jahrzehnten in der eigenen Zahnarztpraxis, die er 2023 an seinen Sohn und dessen Partner übergab, hätte er sich ins Private zurückziehen können. Tennis spielen, den Garten pflegen, reisen, Zeit mit seiner Frau Romy und den vier Kindern verbringen. Doch sein Verständnis von Ruhestand gleicht eher einem Übergang als einem Rückzug. Die Freiheit, die ihm der Abschied aus dem Praxisalltag schenkte, füllte er mit neuen Aufgaben – und Polaris wurde eine davon. Bis Ende 2025 standen die Strukturen: das Curriculum für das darauffolgende Jahr, erste Videos, klar geregelte Abläufe, die Trainerteams, das Academy-Board, die technischen Grundlagen und die Demo-Systeme, die im Hintergrund gewartet werden. Für den Betrieb der Polaris Academy braucht es aus Datenschutzgründen eine eigene Demo-Instanz mit vollständig fiktiven Daten. In diesem System werden ganze Clubs und Distrikte mit Mitgliedern, Vorständen und Anlässen abgebildet – und zwar in mehreren Sprachen. Der Aufbau und die laufende Pflege dieser Umgebung sind aufwendig und erfordern wiederkehrende, zeitintensive Arbeiten, die sich in der Schweiz kaum ehrenamtlich abdecken lassen. Michael Willi suchte deshalb bewusst nach einer tragfähigen Lösung ausserhalb der Schweiz. Über seine Kontakte in Uganda organisierte er im November 2025 einen mehrtägigen Workshop mit jungen Rotaractern, der in den Räumen einer Zahnklinik in Bweyogerere stattfand. Unter einfachen Bedingungen arbeiteten die Teilnehmer am Aufbau der Demo-Umgebung. Aus diesem Kreis wurden zwei Personen für eine weiterführende Zusammenarbeit ausgewählt: die Rotaracterin Carol Kobusingye und der IT-Fachmann Peter Kisembo. Beide wurden gezielt eingearbeitet und unterstützen die Polaris Academy seither regelmässig. Sie erstellen mehrsprachige Schulungsvideos, pflegen die Demo-Instanzen und stellen sicher, dass die Inhalte für verschiedene Sprachräume einsatzbereit sind. Ergänzend dazu werden in Simbabwe klar definierte Pflegearbeiten am Demo-System ausgeführt. Dazu zählen unter anderem das Übertragen von Terminen, das Aktualisieren von Einträgen und das Abschliessen von Anlässen. In diese Aufgaben ist auch Bradley Makina eingebunden, den Michael Willi aus dem Projekt Swisshouse Simbabwe kennt. Die Arbeiten werden begleitet und überprüft und tragen dazu bei, das Demo-System laufend aktuell zu halten. Seit Januar 2026 ist die Polaris Academy offiziell in Betrieb. Für die Clubs bedeutet sie mehr als ein Schulungsangebot – sie ist Teil der Zukunftsfähigkeit von Polaris selbst. Eine Plattform, die von mehreren tausend Rotariern genutzt wird, braucht ein System, das Wissen vermittelt, erneuert und zugänglich hält. Sie braucht ein Team, das Qualität sichert. Und sie braucht Menschen wie Michael Willi, die bereit sind, ihre Erfahrung aus jahrzehntelanger humanitärer Arbeit einzubringen, um eine digitale Vision Wirklichkeit werden zu lassen.
Ein Vortrag, ein Entschluss, zehn Jahre Einsatz: Christoph Althaus brachte als Rotarier und Arzt sein Wissen nach Dabou – und kehrte bereichert zurück. Wenn Christoph Althaus heute von Dabou erzählt, klingt in jeder Silbe Staub, Hitze und Menschlichkeit mit. Zehn Jahre lang zog es ihn immer wieder ... Ein Vortrag, ein Entschluss, zehn Jahre Einsatz: Christoph Althaus brachte als Rotarier und Arzt sein Wissen nach Dabou – und kehrte bereichert zurück. Wenn Christoph Althaus heute von Dabou erzählt, klingt in jeder Silbe Staub, Hitze und Menschlichkeit mit. Zehn Jahre lang zog es ihn immer wieder dorthin – aus eigenem Antrieb, aus innerer Verpflichtung. Der Auslöser war unscheinbar: ein Rotary-Lunch im Winter 2015, ein Vortrag seines rotarischen Freundes Ruedi Leuppi (RC Zug-Zugersee) über ein Spital an der Elfenbeinküste. Nachdem der Applaus abgeebbt war, blieb Althaus nachdenklich sitzen. Die Bilder von improvisierten Operationssälen, von konzentrierten Gesichtern und fröhlichen Pausen im Hof liessen ihn nicht los. «Da war dieser Funke», sagt er. «Und ich dachte: Ich könnte doch helfen.» Ein halbes Jahr später steht er in Dabou, vierzig Kilometer westlich von Abidjan, zum ersten Mal auf dem Klinikgelände. Das Hôpital Méthodiste de Dabou, 1968 eröffnet, eingebettet in die protestantische Stiftung für Gesundheit der Église Protestante Méthodiste de Côte d’Ivoire, verfügt über 109 Betten, rund 150 Mitarbeiter, sieben Ärztinnen und Ärzte im Vollzeitpensum und einen Apotheker. Ein Verwaltungsrat mit 14 Mitgliedern gibt die Leitlinien vor, doch der Alltag wird oft im Kleinen entschieden: ein funktionierender Wasserhahn, eine frisch gestrichene Wand, eine ruhige Hand an einem übervollen Bett. Getragen wird das Haus seit vielen Jahren von der Ruedi Leuppi Stiftung Elfenbeinküste in Zug. Leuppi gründete sie 2005, um medizinische Ausbildung und eine urologische Abteilung in Dabou aufzubauen. Er reist mehrmals jährlich selbst an, operiert, unterrichtet und koordiniert Hilfslieferungen. «Rotary ist ein hervorragendes Netzwerk», sagt er. «Man vertraut einander – und dieses Vertrauen öffnet Türen, auch weit weg von Zug.» Der heute über achtzigjährige Arzt aus Zug hat in 14 Jahren rund 120 Reisen nach Dabou unternommen. Seine Koffer sind jedes Mal voll mit Medikamenten, chirurgischem Material – und manchmal mit Schokolade für die Zöllner. Jedes Jahr organisiert «der weisse Doktor», wie er liebevoll genannt wird, zwei Container mit Hilfsgütern im Wert von rund 200000 Franken und sammelt Spenden, die einen grossen Teil der Betriebskosten des Spitals decken. Doch nicht nur Leuppis Hilfe ist willkommen: Wo er auftaucht, geht es ebenso heiter zu wie professionell; sein Einsatz und sein Lachen sind gleichermassen verbindend. Als Dr. med. Christoph Althaus (RC Weinfelden) im Februar 2015 zum ersten Mal für die Stiftung nach Dabou kommt, bringt er jahrzehntelange Erfahrung mit als Hausarzt in der Schweiz. Sein Auftrag in Afrika: die Aus- und Weiterbildung der «Generalisten-Ärzte». Jeden Morgen steht er in einem kleinen Unterrichtsraum, zwei Stunden PowerPoint-Schulung zu Themen, die das Team wünscht: EKG-Diagnostik, Reanimationsabläufe, Röntgen-Basics, Notfallprozesse. Danach geht er durch die Stationen, begleitet Visiten, bespricht Fälle, schärft Blicke für Prioritäten und sichere Abläufe. «Ich habe Ärztinnen, OP-Personal und Pfleger geschult, von Röntgentechniken über lebensrettende Reanimationsmassnahmen bis hin zu speziellen medizinischen Themen», sagt er. «Es war erstaunlich, wie schnell die Fachkräfte das neue Wissen umsetzten.» «Es sind sehr wache Kolleginnen und Kollegen dort. Wenn etwas nützt, wird es sofort ausprobiert.» Manches sei herausfordernd gewesen, sagt er. «Ärgerlich war es zum Beispiel, wenn beim Ausfall eines Geräts einfach abgewartet wurde». Doch gerade dann half der ruhige Blick von aussen: Fehlerfreundlichkeit, klare Zuständigkeiten, einfache Checklisten – kleine Dinge mit grosser Wirkung. Neben der Wissensarbeit organisiert die Stiftung Hilfslieferungen aus der Schweiz: ausgemusterte Betten, Instrumente, Verbandsmaterial, manchmal ganze Paletten an Verbrauchsgütern. «Was bei uns nicht mehr gebraucht wird, leistet dort wertvolle Dienste», weiss Althaus. Doch der Weg an die Elfenbeinküste verläuft selten gerade. «Der Transport von Hilfsgütern war immer ein Abenteuer. Medikamente verschwinden, Container stehen wochenlang beim Zoll, selbst wenn alles als humanitäre Hilfe deklariert ist.» Einmal blieb ein Container mit Isoletten für Frühgeborene, Medikamente und Büromaterial zwei Monate lang in der prallen Sonne stehen. Selbst der oberste Zöllner, ein Rotarier, konnte nichts bewirken. «Man lernt Geduld», sagt Althaus. «Und man lernt, dass am Ende trotzdem etwas ankommt.»Medizin mit Wirkung Mit der Zeit verschob sich der Fokus von der Frage «Was fehlt?» hin zur Frage «Was tragen wir gemeinsam bei?». Neue Materialien wurden eingeführt, defekte Wasserhähne ersetzt, Malerarbeiten erledigt. Und schliesslich etwas, das selbstverständlich klingt und doch ein Durchbruch ist: In allen Räumen brennt elektrisches Licht. Das verändert Prozesse, Sicherheit – und die Stimmung. Noch bedeutsamer ist der Wandel im Umgang mit Patientinnen und Patienten. «Wir haben begonnen, den Intimbereich zu schützen und Patientenrechte einzuführen. Alles Dinge, die hier alles andere als selbstverständlich sind.» Für Althaus sind es genau diese behutsamen Schritte, die im Gedächtnis bleiben. Im Unterricht bleibt er praxisnah: ein Fall, ein kurzer Input, dann die Anwendung. Eine junge Ärztin hält zum ersten Mal ein EKG in der Hand, liest die elektrischen Ausschläge laut – erst unsicher, dann immer bestimmter. Auf der Notfallstation übt Althaus mit den Ärzten und dem Notfallpersonal Herzmassage, Defibrillation und wie man Atemwege sichert. Wenn der Strom ausfällt, leuchten Handys, jemand macht einen Witz, und der Kurs geht weiter. «Perfektion ist hier keine Kategorie», sagt Althaus. «Entscheidend ist, dass man da ist.» 2020 kommt die Pandemie – kein Flugverkehr, ein Spendenrückgang um dreissig Prozent. «Wir rechneten mit Rückschritten», sagt Althaus. «Doch das Gegenteil trat ein.» Die Klinik übernimmt Verantwortung, findet eigene Sponsoren und organisiert sogar einen geleasten CT-Scanner. «Das war für mich ein echtes Zeichen des Fortschritts. Wir wollten Nachhaltigkeit – und sie ist entstanden.» Das Team entscheidet, plant, führt aus. Die Stiftung begleitet, aber das Spital steht auf eigenen Beinen – fester als jemals zuvor. Zwischen all den Fortschritten bleiben Grenzen. «Der Tod eines Mädchens an einer Blinddarmentzündung hat mich tief erschüttert», sagt Althaus. «Wir hatten schlichtweg nicht genügend Ressourcen.» Er macht eine kurze Pause. «Man begreift, wie dünn der Faden ist, an dem das Leben hängt.» Aber auch hier bleibt der Blick nach vorn: Fälle werden besprochen, Abläufe verbessert, Notfallpläne angepasst. Es ist eine Arbeit in Runden – nie fertig, immer lernend.Was bleibt Am Ende seiner 21 Einsätze wird Althaus in Dabou feierlich verabschiedet. Die Direktion, Ärztinnen und Pfleger sind gekommen. Es gibt Musik, Reden und eine Ehrenurkunde als Geschenk. Ganz loslassen kann er indes nicht. Und er will es auch nicht. So bleibt er als Stiftungsrat der Ruedi Leuppi Stiftung verbunden, bringt Erfahrungen ein, berät Projekte, hält Kontakt zu den Kolleginnen und Kollegen vor Ort. Ruedi Leuppi ist weiterhin regelmässig in Dabou. In seinem Zuger Büro hängen Fotos aus drei Jahrzehnten: Operationsteams, Schulungen, lachende Kinder im Hof. «Unsere Arbeit ist keine klassische Entwicklungshilfe», sagt er, «sie ist eine Partnerschaft – auf Augenhöhe, von Mensch zu Mensch.» Rotary ist dabei kein Logo, sondern eine Haltung: eben «People of Action». Zwei Rotarier, zwei Lebensläufe, ein gemeinsames Ziel. Was mit einem Vortrag begann, ist zu einer Brücke zwischen Kontinenten geworden – und zu einem Beispiel dafür, wie Wissen, Geduld und Respekt Strukturen verändern. «Ich konnte Leben retten, Wissen weitergeben und neue Perspektiven aufzeigen», sagt Althaus. «Diese Arbeit hat meine Sicht auf das Leben verändert. Und sie hat mir gezeigt, was es heisst, rotarisch zu handeln.» Interkontinentale Zusammenarbeit 2005 Gründung der «Ruedi Leuppi Stiftung Elfenbeinküste» durch Rotarier und Arzt Ruedi Leuppi in Zusammenarbeit mit dem RC Zug-Zugersee 2009 Matching Grant über 77000 USD für den Sanitärausbau des Hôpital Méthodiste in Dabou (RC Zug-Zugersee und RC Bietry Abidjan) 2015 Erster Projektbesuch von Rotarier und Arzt Christoph Althaus; Unterstützung durch den RC Weinfelden 2020 Global Grant über 45000 Franken für den Ausbau der Neugeborenenstation sowie die Ausbildung von Pflegefachpersonal und Kinderärzten (RC Zug-Zugersee und RC Deux-Plateaux Abidjan) Über zwei Jahrzehnte hinweg arbeiteten die Rotary Clubs Zug-Zugersee und Weinfelden erfolgreich mit den zwei Partnerclubs in Abidjan zusammen und tragen den rotarischen Geist weiter.
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John Manning
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