Schwerpunkt im August: Mitgliedschaftsentwicklung und neue Clubs

domingo, 6 de agosto de 2023

Mit dem August sind wir in den Rotary-Monat des Schwerpunkts «Mitgliedschaftsentwicklung und neue Clubs» gestartet. Dieses Thema hat in den letzten Jahren für die Clubs stark an Bedeutung zugenommen. Aufgrund mehrheitlich rückläufiger Mitgliederzahlen weltweit stellte sich für Rotary vermehrt die Frage, was unsere (neuen und jüngeren) Mitglieder vom Clubleben, Projekten und Hands-on Einsätzen erwarten. Um unsere Relevanz zu behalten, müssen wir ausgetretene Pfade auch einmal verlassen.

Aktueller Stand

Gemäss dem Rotary-Magazin 06/23 zählt der Distrikt 1980 4484 Mitglieder. Zum Vergleich: Im Distrikt 1990 sind es 4626 und im Distrikt 2000 4591. In den letzten 10 Jahren wurden vier neue Clubs gegründet.

Flexiblere Clubformen

Past RI-Director Urs Klemm sagte kürzlich im Interview, dass einige Clubs bereits auf neue beziehungsweise flexiblere Clubmodelle setzen: «Ja, als Beispiel gibt es im Distrikt 1980 neue Clubs wie den hybriden RC Basel International oder den reinen Frauenclub RC Basel am Rhein. Bei meinem Besuch einer Distriktkonferenz in Algier habe ich einen tunesischen Frauenclub kennengelernt, der unglaublich viel leistet. Diese Diversität der Clubs erhöht die Attraktivität von Rotary und macht uns auch wettbewerbsfähiger. Wir sind zudem seit der Pandemie viel digitaler unterwegs. All das ist ein kreativer Prozess, bei dem wir ausprobieren müssen, um herauszufinden, was funktioniert» erklärte Klemm.

Er betonte ebenfalls, wie wichtig es ist, dass sich Clubs die Frage stellen, wie sie sich überhaupt entwickeln möchten, welche Ziele sie als Club verfolgen. Möchten sie beispielsweise mehr Frauen anziehen, diverser oder jünger werden? Erst dann können sie ihre Organisationsstruktur entsprechend anpassen.

Social Media nutzen

Social Media ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Social Media wird für das Netzwerken genutzt, für die Online-Kommunikation, für Online-Shopping, als Recherche-Tool, etc. Organisationen, die nicht mit dieser Entwicklung mithalten, lassen grosses Potenzial ungenutzt. Die Zielgruppen können über Social Media direkt erreicht werden.

Deshalb hat sich der Distrikt 1980 vor zwei Jahren dazu entschlossen, die Online-Kommunikation auszubauen. Seither werden auf drei Kanälen regelmässig Neuigkeiten aus unserem Distrikt sowie von Rotary International und angegliederten Vereinen und Organisationen veröffentlicht. Clubs, die selbst nicht die Ressourcen oder das Know-how für die Betreuung eines eigenen Kanals haben, dürfen Berichte und Fotos an die Online-Redaktion des Distrikts 1980 schicken (onlineredaktion@rotary1980.ch). Am besten wird eine Person im Club bestimmt, die sich jeweils darum kümmert, dass ein Bericht oder ein Post von einem Anlass, Projekt oder Einsatz veröffentlicht wird.

Netzwerken mit Rotaract

Auch das Potenzial der Gewinnung von Neumitgliedern durch Kontakte zu Rotaract Clubs sollte auf keinen Fall unterschätzt werden. Der Rotaract-Distriktsprecher Patric Howald fasste die Bedeutung der Nachwuchsförderung über Rotaract im letzten August sehr gut zusammen: «Das Beispiel England, wo das Durchschnittsalter der Rotary-Mitglieder über 70 Jahre ist, war meiner Meinung nach ein Weckruf, denn die Rotary Clubs realisierten, dass Rotaract-Mitglieder sehr gute Kandidaten für Rotary sind. Nicht zuletzt wird das Thema Nachwuchsförderung immer wieder betont. Rotaract-Mitglieder teilen die Ideen von Rotary und setzen sie in ihrem Sinne um und so bin ich davon überzeugt, dass durch die Zusammenarbeit von Rotary und Rotaract das gleiche Ziel verfolgt werden kann, nämlich der Dienst an der Gesellschaft – und da darf übrigens auch das Alter eines Rotary-Nachwuchsmitglieder keine Rolle spielen. Da müssen einige Rotary Clubs noch über ihren Schatten springen.»

PDG Claudia Hendry erklärte in einem Interview folgendes: «Es ist wichtig, Programme wie z.B. RYLA, Jugendaustausch für junge Generationen zu fördern und den Kontakt zu den Teilnehmenden aufrecht zu erhalten. Wenn wir den Kontakt zu jungen Generationen pflegen, könnten dies auch künftige Rotary-Mitglieder werden. Früher war es übrigens ein ungeschriebenes Gesetz, dass man erst ab 40 Mitglied werden konnte. Interessanter Fakt: Paul Harris war bei der Gründung von Rotary 36 Jahre jung. Jedem Menschen offen zu begegnen, ist mein persönliches Credo. Das bedeutet auch, Neumitglieder oder Personen mit einem anderen kulturellen Hintergrund oder einer anderen beruflichen Klassifikation offen entgegenzutreten. Ein weiterer Tipp ist, Neumitglieder früh in Funktionen einzubinden und eine vielfältige Durchmischung von Gender, Alter und Klassifikation anzustreben. Es braucht zudem eine regelmässige Selbstreflexion: Ist das Aufnahmeprozeder noch zeitgemäss? Passt das Clubmodell zu unserem Clubleben für bestehende und künftige Clubmitglieder? Welche Ziele wollen wir als Club unter anderem auch in den Themen Vielfalt, Chancengleichheit und Miteinbezug erreichen?»

Wenn wir als gesamte Organisation und als Club lokal unsere Relevanz behalten und wir gemeinsam wachsen wollen, dürfen wir die Mitgliedschaftsentwicklung nicht vernachlässigen. Fasst sie als Club regelmässig als Thema auf und bleibt offen für Neues. Tradition und Wachstum beziehungsweise Entwicklung schliessen sich gegenseitig nicht aus.

DG Alex Schär besuchte die Blutspendeaktion des Rotaract Club Basel.